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Behelfsheim

Behelfsheime wurden in den 40er-Jahren errichtet, um der durch Zerstörungen des Krieges hervorgerufenen Wohnungsnot zu begegnen. Als provisorische „Behelfe“ geplant, sind sie längst zu „Heimen“ geworden – durch fortwährende An- und Umbauten, die ihre Bewohner*innen im Laufe der Zeit an ihnen vorgenommen haben. Viele dieser Bauten, die nicht nur von ihrer Geburtsstunde der letzten Kriegsjahre oder unmittelbaren Nachkriegszeit, sondern auch vom Aufschwung des sog. Wirtschaftswunders, von den Wünschen ihrer Bewohner*innen und den ideologischen Bildern dieser Zeit erzählen, werden in diesen Tagen abgerissen. Ihre erste Bewohner*innen-Generation altert und verlässt diese Häuser, womit das Wohnrecht vielerorts erlischt. Der steigende Wert des Bodens im urbanen Kontext steigert den Druck auf diese Gebäude zusätzlich.

Behelfsheim
Behelfsheim

Die Fotografen Enver Hirsch und Philipp Meuser haben Behelfsheime um Hamburg dokumentiert und Portraits dieser fragilen Gebilde aufgenommen, die ihrer faszinierender Merkwürdigkeit architektonische Würde zuschreiben und den Wert ihrer Geschichten vermitteln.  

Das ANA-Team arbeitete an der historischen Einordnung dieser Gebäude mit. In seinem Essay „Vom Behelf zum Heim – über die Gestaltung einer stets unfertigen Zeit“ beschreibt Jan Engelke den historischen Kontext der NS-Ideologie, der die Gestalt dieser Gebäude geprägt hat; zieht Parallelen zur sozialistischen Idee des „Wachsenden Hauses“ und macht die Brisanz des Verschwindens dieser Bauten klar: Sie sind Teil einer heterogenen und pluralistischen Stadt, für die es heute zu kämpfen gilt!

Behelfsheim
Behelfsheim
Behelfsheim
Behelfsheim

Project: »Behelfsheim«
Medium: Publication
Team: Enver Hirsch und Philipp Meuser (Hrsg.), Jan Engelke (ANA)
Year: 2020
Editors: Enver Hirsch und Philipp Meuser
Texte: Jan Engelke, Holger Fröhlich, Julia Lauter
Photographs: Enver Hirsch und Philipp Meuser
Publisher: Selbstverlag
Website: Behelfsheim.com